Information: Was kommt auf uns zu?
Um was geht es?
Informationen rund um den geplanten Schiffsanleger
Wir werden oft gefragt, was uns eigentlich am geplanten Schiffsanleger stört.
Keiner weiß so richtig Bescheid, die Bürger fühlen sich uniformiert.
Diesem Wunsch nach Information kommen wir gerne nach.
Lärm & Abgasbelastung
Ortsbeschallung
der rote Bereich ist die Zone, in der etwa 10 bis 30 Dezibel Lärmemission zu erwarten sind; wir kennen das bereits vom jetzigen Schiffsanleger vor dem Buddha-Museum, obwohl es dort einen Stromanschluss gibt, wird er oft nicht genutzt: die Motoren und Klimaanlagen laufen weiter - Tag und Nacht
Viking Longship liegt "vor Anker"
der weiße Balken in Bildmitte ist ein Viking Longship mit 135 m Länge, die gelbe Linie zeigt den Trassenverlauf des Stromkabels für die Landstromanschluss durch teilweise dicht bebautes Stadtgebiet: Baulärm, komplizieres und teures Bauen vorprogrammiert
Achtung: Lärmzone
der rote Bereich ist die Zone, in der etwa 30 bis 50 Dezibel Lärmemission zu erwarten sind. Viking hat bis zu 5 Jahre Zeit mit dem Landstrom - Anschluss
solange laufen die Generatoren weiter
- Tag und Nacht -
- Hotel Anker: 30 Meter
- Hotel Bellevue Residence: 30 Meter
- Vinothek "Die Mosel" 50 Meter
- Kinderspielplatz: 60 Meter
- Moselglamping: 70 Meter
Wir fragen nach
warum wird der Landstromanschluss am Anleger vor dem Buddha-Museum nicht immer genutzt?
Antwort eines Kapitäns:
"bei 8 von 10 Anlegen funktioniert das Ding nicht."
Er meint: in 80 % der Anlegungen ist die Landstromanlage defekt oder nicht nutzbar.
Antwort eines Matrosen:
"Wir haben oft black-outs mit dem Landstrom. Damit uns der Strom nicht ausgeht,benutzen wir lieber gleich unseren eigenen, den wir mit unseren Generatoren auf dem chiff produzieren."
Mosel - Asyl für Kreuzfahrtschiffe?
Grafik-Quelle: statista 2023, Einkommen des deutschen Kreuzfahrtschiffsmarktes 2004-2019
Der Kreuzfahrtschiffs-Tourismus legt auf der Mosel schneller zu als auf anderen Flüssen Deutschlands und Europas.
Die boomende Kreuzfahrtschiffsindustrie in den letzten 15 Jahren um ca 85% gewachsen ist, das bedeutet im Schnitt ca 5,6% pro Jahr. (Quelle 1)
Dagegen legten die Fahrgastkabinenschiffe auf der Mosel allein im Jahr 2020 bis 2022 um 224 Prozent zu. Das bedeutet, dass die Zunahme des Kreuzfahrtschiffsverkehrs auf der Mosel im Vergleich zu anderen deutschen und europäischen Flüssen um ein Vielefaches stärker ist. (Quelle 2)
Fahrgastkabinenschiffe an der Schleuse Zeltingen:
Der Verkehrsbericht der Moselkommission zählt die Schleusendurchfahrten der Kreuzfahrtschiffe (Fahrgastkabinenschiffe) für die Jahre 2020 - 2022 einen Zuwachs von 224%
- 2020: 362
- 2021: 751 Zuwachs von 107 %
- 2022: 1.173 Zuwachs von 56 %
keine Wendemöglichkeit am geplanten Standort
Die 135-Meter langen Kreuzfahrtschiffe können im Bereich des geplanten Standorts nicht wenden. Nächste Wendemöglichkeit ist beim Hafen von Traben Trarbach. Bis dahin fahren die Kreuzfahrtschiffe im Rückwärtsgang durch Brücke und die enge Moselschleife vor dem Ruderclub. Die Unfallgefahr mit kleinen Sportbooten, Stand-Up-Paddlern und Tagesausflugsschiffen ist hoch.
Einfache Lösung: bei der Verschiebung des Anlegers in den Hafenbereich von Traben Trarbach ergeben sich mehrere Vorteile:
- keine Störung von Anwohnern, weil es hier keine gibt
- Infrastruktur teilweise schon vorhanden (Hafen: Strom, Wasser, Zufahrt, Parkplatz)
- Wendemöglichkeit für 135m-Schiffe, da die Mosel hier ca 200 Meter breit ist.
- kein "Zuparken" der historischen Altstadt-Promenade
Rückwärtsfahrt im Ort?
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das 135 Meter lange Kreuzfahrtschiff "Amadeus Star" fährt im Rückwärtsgang durch den Ort, unter der Brücke durch, um die enge Kurve vor dem Bootshaus bis in den Bereich vor dem Hafen, dort kann es wenden, weil hier die Mosel mit ca 200 Meter breit genug ist.
Warum wird dieses Rückwärtsfahren auch in Zukunft zum Standart werden?
Alle Kapitäne wollen ihr Schiff mit dem Bug zur Strömung parken, damit die Schrauben nicht mit Treibholz verstopfen. Das bedeutet, von den 88 Anlegevorgängen sind die Hälfte, also 44 Fahrten / Jahr Rückwärtsfahrten. Wie oft gehen solche Manöver wohl gut? (aufgenommen am 10.Juni2023)
Detektivarbeit
Mehr Schiffe kommen zu uns, weil sie woanders mehr zahlen müssen?
am 10.6.2023 legt die "Amadeus Star", ein 135-Meter-Kreuzfahrtschiff in TT an. Grund: Essenslieferung, Interessant: auf der Lieferung ist der Ort Cochem angegeben. Kann es sein, dass Reedereien jetzt vermehrt bei unseren privatisierten Anlegern anlegen, um die "lästigen" Auflagen z.B. der Stadt Cochem zu umgehen:
- Anmeldung 4 Wochen im Vorraus
- Landstromzwang
- Liegegebühr
Amadeus Star, ein 135 m Kreuzfahrtschiff legt in Traben Trabach an: der Blick vom Buddha Museum beweist was wir kritisieren: die Hotelschiffe versperren den freien Blick, der uns und den Touristen so wichtig ist
Essensanlieferung für Amadeus Star: was steht auf der Lieferung?...
...die Essenslieferung hätte eigentlich in Cochem angeliefert werden sollen. Was sagt uns das?
während der 4-stündigen Liegezeit wird kein Landstrom genutzt
Was steht auf dem Spiel?
kommen die Viking Schiffe, gehen die Kleinbetriebe
lokaler Betrieb akut bedroht
der wunderschöne Ausblick ist das Kapital von "Moselglamping", einem der bekanntesten und beliebtesten Glam Camps in Deutschland und sogar in Europa.
Legen die Kreuzfahrtschiffe hier an, gehen die Glamping Gäste weg. Moselglamping ist akut in seiner Existenz bedroht.
Kleine Personenschiffahrts - Betriebe werden verdrängt
Ein niederländischer Unternehmer mit einem kleinen Passagierschiff (24 Gäste) organisiert Fahrradferien von Cochem nach Metz mit einem Schiff. Aus Angst vor Sanktionen von Viking möchte er anonym bleiben.
Er sagt: " Dieses Schiff wurde 2022 mit einem umweltfreundlicheren Stage-5-Motor umgebaut, um so umweltbewusst wie möglich zu sein. Früher haben wir immer in Traben-Trarbach angelegt, um unsere Radfahrer an Bord zu lassen. Das kostete uns immer 30 Euro pro Mal. Jetzt, mit dem neuen Viking-Anleger, muss ich plötzlich 129 Euro für 60 Minuten Anlegezeit zahlen und verschiedene Termine stornieren. Ich überlege ernsthaft, ob wir nicht mehr in Traben anlegen sollten, weil es so teuer geworden ist. Dann werden wieder große kommerzielle Unternehmen gewinnen und die kleinen lokalen verlieren. Genau das passiert bei Viking, denn 120 Personen können nicht bei kleinen Winzern Weinproben machen. Unsere Reisen dauern eine ganze Woche und wir buchen entlang der gesamten Mosel Aktivitäten und essen zweimal pro Woche außerhalb des Schiffes. Wir nutzen auch lokale Zulieferer. Das ist alles anders bei großen Kreuzfahrtschiffen. Die Dörfer verkaufen nach und nach ihre Anlegestelleninfrastruktur an große Unternehmen, weil es zu viel Arbeit ist und zu wenig einbringt. Ich hoffe, dass Sie sich auch für kleine Schiffe einsetzen."
Das tun wir gerne, denn das ist genau der Qualitats - Tourismus, der durch Kreuzfahrt Massentourismus verdrängt wird.
SWR - Film
Zur Sache Rheinland-Pfalz
STREIT UM ANLEGESTELLE AN DER MOSEL
Bürger in Traben-Trarbach sind gegen Anleger für Hotelschiffe
Fernsehbeitrag im SWR Fernsehen, Zur Sache Rheinland-Pfalz
STAND 15.6.2023, 20:42 UHR
Brisant:
Wieso hat die Stadt nicht die vom Land Rheinland-Pfalz eigens für die Landstromaufrüstung von Schiffsanlegern eingeplanten Zuschüsse und Mittel beantragt, sondern direkt an privaten Investor verkauft?
Im Haushaltsplan 2023 der Stadt steht unter „Investitionsübersicht der Stadt Traben - Trarbach 2022“:
Ausbau Schiffsanleger inkl. Stromanschluss:
- Investition 550.000 €
- Zuwendung vom Land 440.000 €
- Eigenanteil Stadt 110.000 €
110.000 € wären in max. 4 Jahren über die Liegegebühren getilgt.
Für 2023 steht für den Ausbau im Plan eine Null.
Dazu sagt Staatssekretär Andy Becht im Filmbeitrag: "von der ganzen Mosel wurde bisher kein Antrag gestellt."
TV - Pressebericht
Trierischer Volksfreund, 25.05.2023
Petition gegen Schiffsanleger
Bürgerinitiative sagt Kreuzfahrtschiffen auf der Mosel den Kampf an
Traben-Trarbach · Umwelt, Stadtbild, Menschen und Wirtschaft leiden unter den Flusskreuzfahrtschiffen, klagen Bürger aus Traben-Trarbach und sammeln nun Unterschriften gegen einen neuen Anleger. Damit wollen sie einen Präzedenzfall für die Mosel schaffen.
History repeating:
Gegenwind für geplante Schiffsanleger
Das Problem gab es schon mal vor genau 11 Jahren:
Anlieger kontra Anleger, dieser Konflikt kochte in Traben-Trarbach hoch. Die
"Bürgerinitiative Schiffsanleger ohne Strom"
fühlte sich von den Planungen der Stadt überrumpelt, zwei neue Anlagen ohne Energieversorgung für vier Schiffe zu errichten. Sie fürchtete zunehmenden Lärm und Gestank. (Zitate: TV, 23.05.2012)
Mit Erfolg: die Anleger wurden nicht wie geplant gebaut
Expertenmeinungen
Expertenmeinung:
Dieter Kettermann
- Ehem. Hotelier in Bernkastel
- Ehem. Vorsitzender Tourismusausschuß IHK Trier
hat folgenden Leserbrief an den TV verfasst
(26.Mai2023) Das Thema Emissionen ist was den „Schiffsverkehr auf der Mosel“ angeht sehr differenziert zu betrachten:
Die Mosel ist eine Europäische Wasserstraße auf der gleichnamiges Recht Gültigkeit hat!
Die Lärmemissionen dürfen bei Tag und Nacht bis 65 Dezibel betragen.
In Rheinland-Pfalz sind in geschlossenen Ortslagen nachts nur 40 Dezibel erlaubt. Hier vertrete ich die Auffassung, was uns Bürgern auferlegt wird (LANDES-Emmissionschutzgesetz) müsste die gleiche Einschränkung im Falle von Ruheposition bei Schiffen (Anlegen am Ufer) auch Gültigkeit haben.
Aber diese unterschiedliche Regelung ist noch nie vor Gericht ausgefochten / verhandelt worden!
Die Argumente pro mehr Schiffsanleger
Im übrigen kann ich, zu vorstehendem Artikel, sachlich nur wenige Argumente
pro Schiffsanleger finden:
- für den Gast eine angenehme Möglichkeit fremde Urlaubsregionen zu bereisen.
- man gewinnt täglich neue Eindrücke durch Standortwechsel,
- lernt viele Reiseziele schnell zu erkunden, man hat keinen Hotelwechsel, Restaurantsuche erübrigt sich
- die Freizeitprogramme an Bord lassen wenig Zeit für individuelle Gestaltungswünsche (Weinproben bei Winzern)
- Shopping in Geschäften und ähnliches.
- es kommen möglicherweise mehr Kurzzeit - Touristen in die Tourismus Zentren
- 1 – 2 Stunden Verweildauer
- es werden mehr Stadtführer beschäftigt
- die touristischen Sehenswürdigkeiten werden mehr registriert und wahrgenommen
- die Eindrücke sind aber nicht nachhaltig, für Wiederkehrer nicht unbedingt Motivation zur späteren Rückkehr.
Die Argumente contra mehr Schiffsanleger
Stehen auch reziprok zu den Pro Argumenten
- die Teilnehmer der Kreuzfahrten sind häufig älteren Jahrgangs, teilweise mobilitäts-eingeschränkt
- die Gäste haben ein reichhaltiges Bordangebot und zu wenig Zeit in den Ziel-, Reisezentren
- zu verweilen und dort Geld Ihres Urlaubsbudgets auszugeben
- Sie überschwemmen die Orte der Liegeplätze mit Kurz-Aufenthaltsgästen
- die Geschäftswelt vor Ort hat kaum Möglichkeiten, Umsatz in deren
Geschäftsräumen zu generieren
- Weinproben werden zwar in Weinbaubetrieben durchgeführt, haben aber keinen Mitnahmeeffekt, da Mitnahme- und Verzehrbeschränkungen durch Schiffsbetreiber (Korkgeld von ca 30Euro/lokal gekaufter Flasche)
- keine Einflussnahme der Kommune bezüglich der Liege- und Verweilzeiten
- keine Anschlusspflicht an die örtliche Stromversorgung, wenn nicht vertraglich geregelt
- die größte Teil des Urlauberbudgets wird durch die Schiffs-Reederei vereinnahmt
Wertschöpfung
Kreuzfahrtschiffspassagier
- das Tagesbudget eines Kreuzfahrtschiffspassagiers beträgt pro Landgang weniger als 30,00 € / Person
- Verweildauer beträgt meist nur 2 – 3 Stunden
Landgast
- das Tagesbudget eines Urlaubers / Besuchers der Region mit Hotel- / Restaurant und Shopping Ausgaben beträgt weit mehr als 150,00 € pro Person / Tag
- Es sind dies vor Allem: häufige Wiederkehrer / Stammgast der Mosel- /Weinbau- / Radler- / Wander- und Touristikregion
- die Verweildauer beträgt 3,5 – 4 Tage pro Gast und pro Aufenthalt
100 Kreuzfahrt - Passagiere geben genau so viel Geld aus wie 2 Land - Touristen
- das Tagesbudget eines Kreuzfahrtschiffspassagiers beträgt pro Landgang weniger als 30 € / Person. Diese Zahl wird oft falsch zitiert.
- Zitat aus der Studie: Studie zum Nachweis positiver Wertschöpfungseffekte der Kabinenschifffahrt im Donauraum, (Seite 9)"Zusätzlich über den Reisepreis (und die gebuchten Pakete) hinaus geben die Passagiere während ihrer Landgänge in der Region im Schnitt 27€ pro Person aus."
- Aber Achtung: Es wurden bei dieser Studie nur die Passagiere gezählt, die einen Landgang gemacht haben und auf diesem auch Geld ausgegeben haben. Man kann also nicht diese 27 € pauschal auf die Anzahl der an Bord befindlichen Kreuzfahrttouristen rechnen.
Fazit
Die Handlungsweisen der Stadt Traben-Trarbach sind nicht nachvollziehbar.
Hier werden alle Regelmechanismen durch den Verkauf der Liegeplätze an die Reedereien abgegeben.
Unsere Land-Gäste werden mehr und mehr durch die Begleiterscheinungen des Kurzzeittourismus verdrängt.
Situation Bernkastel Kues
Die Stadt Bernkastel-Kues hat auf Bernkasteler Seite keine Anleger – auch am Kueser Ufer müssten diese erst geschaffen werden.
Alle Anleger sind privat vergeben und damit außerhalb jeglicher Regelungsmöglichkeiten durch städtische Satzungen oder andere Regularien.
Die Reedereien nehmen touristische Angebote wahr, zahlen aber keinen Tourismus-Beitrag!
Hier führt dies bereits zu Wettbewerbs Verzerrungen mit der heimischen Tourismus Industrie, Hotellerie und Gastronomie!
Dieter Kettermann
- Ehem. Hotelier in Bernkastel
- Ehem. Vorsitzender Tourismusausschuß IHK Trier
Kreuzfahrtzschiffe weltweit in der Kritik
Die Kreuzfahrtindustrie ist weltweit in der Kritik und stößt auf immer heftigere Ablehnung
Der neue Kreuzfahrt-Boom hat fatale Folgen für Hamburg
Dass die Corona-Pandemie vorbei ist, ist an vielen Orten zu spüren – unter anderem im Hamburger Hafen. Die Kreuzfahrtbranche boomt und ist im Vergleich zu 2019 noch gewachsen. Das hat fatale Folgen für die Luft, die wir atmen – vor allem auch in der Hansestadt.
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